Alexithymie – Was ist das?

Hast du dich auch schon mal gefragt, was sich genau hinter diesem kleinen Zungenbrecher Alexithymie verbirgt? 

Ich bin vor kurzem in einem Buch darüber gestolpert. Bisher habe ich dieses Phänomen beschrieben, jetzt weiß ich, dass es einen Namen hat.

Also, was steckt dahinter?

Ich habe Alexithymie mit Gefühlsblindheit beschrieben und genau das ist es auch. Man geht davon aus, dass ungefähr 80 Prozent der Menschen im Autismus-Spektrum daran „leiden“. Wenn ich ehrlich bin, bin ich mir nicht sicher ob diese Menschen wirklich leiden oder ob das eine Bewertung von neurotypischen Menschen ist? Von außen betrachtet hat das Nachteile, Gefühle nicht lesen zu können und dadurch einen verringerten Wortschatz zu haben, um ihre emotionalen Erfahrungen und Gefühle sprachlich zum Ausdruck zu bringen. 

Doch lass uns erst einmal bei einer genaueren Beschreibung bleiben. Autist:innen sind begrenzt in der Lage ihre eigenen Gefühle zu benennen. Grundlegende Gefühle wie glücklich und traurig funktioniert, doch es fällt ihnen schwer, subtilere oder komplexere Emotionen zu beschreiben, wie zum Beispiel leicht gereizt, verwirrt, verlegen oder eifersüchtig. 

Doch welche Folgen hat das?

Wer seine eigenen Gefühle nicht gut in Worte fassen kann, weil sie nicht differenziert wahrgenommen werden können, kann sich auch bei anderen nicht sehen und sich darauf einstellen, sprich seine Ansprache und / oder Handlung darauf einstellen. Es leidet das Einfühlungsvermögen. Das führt zu Schwierigkeiten in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Austausch über Gefühle / Emotionen ist erschwert und das führt immer wieder zu Missverständnissen.

Autist:innen nehmen häufig vorwiegend die körperliche Wahrnehmung der Emotionen wahr. Gefühle werden dann als körperliche Empfindung wie Herzklopfen, Zittern oder Übelkeit „gefühlt“, ohne dass die emotionale Komponente erkannt wird, hier vielleicht Angst.

Betroffene können dadurch unter psychosomatischen Beschwerden leiden, da sie ihre Emotionen nicht angemessen verarbeiten und so auf körperlicher Ebene ausdrücken. Die Entstehung und der Verlauf von Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen kann von der Gefühlsblindheit beeinflusst werden.

Ursachen von Alexithymie

Vollständig sind die Ursachen von Alexithymie noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass sowohl genetische Faktoren, als auch traumatische Erlebnisse oder ungünstige Lernerfahrungen in der Kindheit eine Rollen spielen können.

Ganz ehrlich, wenn ich mir diese Erklärung auf der Zunge zergehen lasse, bin ich nicht sicher, ob hier die Wissenschaft schon wirklich vorangekommen ist. Für mich klingt das nach „wir fischen im trüben, machen aber mal die Genetik und die Familiengeschichte als Ursache verantwortlich“. Wie geht es dir damit? 

Wie kannst du herausfinden ob dein Kind Alexithymie hat? 

Im Netz habe ich einen Selbsttest gefunden. Wie gut der wirklich ist, kann ich leider nicht sagen, doch du kannst mir gerne deine Erfahrungen in die Kommentare schreiben.

Wie kannst du deinem Kind helfen?

Wie gut kann dein Kind, dein Teenager Gefühle beschreiben? Vielleicht hast du schon festgestellt, das klappt nicht immer so gut, dann könntest du dein Kind bitten, die Stärke des Gefühls mithilfe einer Thermometerskala oder einer Zahl von 0 bis 100 anzugeben.

Vielleicht helfen euch auch die Gefühlsmonster-Karten? Mehr dazu findest du hier.

Eine andere Art der Kommunikation kann auch helfen, z.B. in dem dein Kind seine Gefühle über ein bestimmtes Lied oder ein Bild / Foto (ein Bild sagt mehr als tausend Worte) ausdrückt.

Manchmal hilft es auch, wenn dein Kind versucht seine Gefühle schriftlich zu beschreiben. Durch das, in Ruhe, aufschreiben können, fällt viel Druck ab und es ist einfacher sich auszudrücken.

Hast du noch weitere Ideen, dann schreib sie gerne in die Kommentare oder schicke mir eine Email an bz@brittazytariuk.de

Herzlichst, deine

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